Kernbohrmaschine RT-160 Erfahrungsbericht

Kernbohrgerät RT-160. Günstig und gut oder lebensgefährlich?

In diesem Erfahrungsbericht beschreibe ich, wie ich meine erste Kernbohrung mit einem billigen Kernbohrgerät aus China durchgeführt habe. Wie ich mich dabei angestellt habe und was es für Schwierigkeiten gab, beschreibe ich in den folgenden Zeilen.

Kernbohrgerät RT-160

Für meine Kernbohrung habe ich mir bei Amazon dieses Gerät gekauft. Das ist ein Kernbohrer RT-160 made in China.

Auf den Produktfotos sieht das immer so schön klein und handlich aus. Wenn man dann mal einen regulären Akkuschrauber daneben hält, sieht man sehr schön, dass das Gerät doch um einiges größer ist und natürlich auch wesentlich schwerer.

Gewinde einfetten
Beim Anschrauben der Bohrkrone an das Gerät kann man ein wenig Fett an das Gewinde machen. Das erleichtert später das Lösen der Bohrkrone von der Maschine.
Bohrkrone
Das hier ist die Bohrkrone, mit der ich das erste Loch gebohrt habe.

Das Kernbohrgerät samt montierter Bohrkrone wiegt etliche Kilogramm und muss eine ganze Zeit lang gehalten und mit Kraft in die Wand gedrückt werden. Dafür ist ein sicherer stand erforderlich. Geachtet werden sollte auch auf ein CE-Zeichen. Bei den Produktbildern auf Amazon war kein Zeichen erkennbar, bei meiner Maschine ist aber eine CE-Kennzeichnung drauf.

Um mit der Bohrkrone, welche keine eigene Zentrierhilfe eingebaut hat, ohne große Kollateralschäden in die Wand zu kommen und auch gleichzeitig noch den Bohrstaub aufzufangen, habe ich mir extra eine Bohrschablone mit integrierter Absaugvorrichtung konstruiert. Eine genaue Beschreibung zu der Bohrhilfe findest Du in diesem Beitrag.

In diesem Beitrag findest Du die Beschreibung und die 3D-Files der Tools, die ich mir für meine Kernbohrung konstruiert und verwendet habe.

Bei meiner ersten Bohrung habe ich die Bohrschablone mit etwas zu dünnen Schrauben in der Wand befestigt, daher hat die Konstruktion am Anfang etwas geschlackert. Dennoch hat die Bohrung einwandfrei funktioniert und es ist im Innenbereich zu fast keiner Staubbildung gekommen.

Kernbohrung mit 142mm Bohrkrone

Die Kernbohrung habe ich in einem Video festgehalten. Ich zeige bewusst die ganze, ungeschnittene Bohrsequenz, damit sich jeder davon einen Eindruck verschaffen kann, wie so eine komplette Kernbohrung abläuft. Die Kernbohrung hat mit einigen Unterbrechungen keine 5 Minuten gedauert. Was sich wenig anhört, kann aber dennoch eine gefühlte Ewigkeit dauern, vor allem bei 30° C Umgebungstemperatur auf dem Dachboden und unerwartet hohen erforderlichen Kraftaufwand.

Falls man während der Kernbohrung pausiert, ist es wichtig, die Kernbohrmaschine beim erneuten Anlauf nicht verkanten zu lassen. Das macht sich in einem heftigen Ruck bemerkbar, der ein gewisses Verletzungsrisiko mit sich bringt. Falls man es schafft die Maschine dennoch festzuhalten, löst dann zu Sicherheit ein Überlastschutz in der Maschine aus.

Mit entscheidend ist natürlich auch der Wandaufbau. Je härter das Material ist, umso länger dauert es und umso eher kann es passieren, dass sich die Bohrkrone verkeilt. Bei mir hat der sehr harte Klinker die meiste Bohrzeit beansprucht.  

Gefahr durch Feststelltaste

Gefährlich ist meiner Meinung nach bei einem handgehaltenen Kernbohrgerät die eingebaute Feststelltaste. Falls man die Maschine mit der linken Hand am Schalter anfasst, passiert es schnell, dass man unbeabsichtigt die Feststelltaste betätigt. Jeder kann sich vorstellen, dass das nicht spaßig ist, wenn das Gerät einem dann aus der Hand gleitet. Dazu mein Sicherheits-Tipp am Ende des Beitrags…

Loch in der Wand
So sieht das Loch an der Außenseite aus.
Bei einer weiteren Bohrung habe ich die Bohrhilfe mit stärkeren Schrauben an der Wand befestigt.
Bei einer weiteren Bohrung habe ich die Bohrhilfe mit stärkeren Schrauben an der Wand befestigt.
Bohrkrone Zähne
So sehen die Zähne nach der ersten Kernbohrung aus. Wie man sieht, es sind noch alle da. Mal sehen wie sich das bei weiteren Bohrlöchern verhält.
Die ausgeschnittenen Bohrkerne der ersten Bohrung
Die ausgeschnittenen Bohrkerne der ersten Bohrung

Sicherheits-Tipp

Die Feststelltaste ist meiner Meinung nach ein sehr unfallträchtiges Feature an dem Kernbohrgerät und ich habe nach einer Lösung gesucht, diese zu deaktivieren. Man muss das Gerät dazu noch nicht einmal aufschrauben.

Das einfachste ist tatsächlich, man zieht die Feststelltaste gerade nach oben mit einer Kombizange heraus.
So sieht es aus, wenn die Feststelltaste raus ist, dann kann da nichts mehr passieren.
So sieht es aus, wenn die Feststelltaste raus ist, dann kann da nichts mehr passieren.

Das Ganze ist sogar reversibel. Wer die Feder nicht verliert, kann die Feststelltaste wieder hereinstecken und schon ist die Arretierfunktion wieder da.

Fazit

Nach bereits drei erfolgreich gebohrten Kernbohrungen mit 142 mm Bohrkrone kann ich sagen, dass sich das günstige Kernbohrgerät aus China für mich gelohnt hat. Wenn ich eine Firma damit beauftragt hätte, wäre es wesentlich teurer geworden. Mir hat dabei meine selbstgebaute Bohrschablone mit integrierter Absaugung sehr geholfen. Wie ihr euch auch so eine Bohrschablone bauen könnt, zeige ich in diesem Beitrag.  

Bei 142 mm Durchmesser, was passend für ein 125 mm Rohr ist, ist dann meiner Meinung nach auch mit einer handgehaltenen Kernbohrmaschine Schluss. Ich habe versucht mit einer 172 mm Bohrkrone, was passend für ein 150 mm Rohr ist, ein Loch zu bohren, bin dann aber an der Klinkerschicht gescheitert.  

Die Kräfte, die da wirken, sind einfach zu groß und das Verletzungsrisiko steigt erheblich. Die Maschine hätte es vermutlich noch geschafft, aber sobald sich die Bohrkrohne ein wenig verkeilt, reißt es einen die Maschine aus der Hand.

Bevor man also eine Kernbohrung durchführt, muss man genauestens über seinen Wandaufbau Bescheid wissen. Jede Bohrung verläuft anders. Obwohl der Wandaufbau meiner Außenwand überall gleich ist, war bei einer Bohrung der Klinker schwerer zu durchbohren. Dort hat sogar einmal beim verkannten der Bohrkrone der Überlastschutz der Maschine ausgelöst.

Wer das auch selber machen möchte, sollte sich daher bewusst sein, dass das ganze nicht ganz ungefährlich ist. Wer schon ein ungutes Gefühl hat, wenn er mit einem Bohrhammer arbeitet, der sollte unbedingt die Finger davon lassen.

Wenn Dir der Beitrag gefallen hat oder Dich inspiriert hat, dann unterstütze doch bitte meinen Blog, indem Du über die Affiliate-Links die Produkte kaufst oder auf YouTube ein Abo für meinen Kanal da lässt. Du kannst auch gerne über den Paypal.me-Link oder über Patreon einen kleinen Betrag spenden, das würde mich sehr freuen. Vielen Dank dafür.

Neuste Beiträge

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top