Nodalpunkt Adapter für Videoneiger selber bauen.

Wer sich mit 360° Panoramafotografie befassen möchte, der wird früher oder später auf den Begriff „Nodalpunkt“ stoßen. Wer nicht gleich hunderte Euro für professionelles Equipment ausgeben möchte, behilft sich da erst mal mit einem Selbstbau…

Es gibt hervorragende Webseiten, die sich sehr ausführlich mit dem Thema der Panoramafotografie befassen. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen sondern schnell zu einfachen Methoden kommen, wie man hochwertige Panoramen mit möglichst geringen Aufwand, bei schon entsprechenden vorhandenem Equipment, erstellen kann.
Im Prinzip benötigt man folgende Dinge, damit man einzeilige Panoramen erstellen kann:

  • ein möglichst stabiles Stativ
  • in meinem Fall ein Videoneiger
  • eine kompakte Kamera, idealer Weise mit Wechselobjektiv
  • ein möglichst Weitwinkeliges Objektiv, bzw. Fish-Eye-Objektiv
  • einen Nodalpunkt-Adapter

Wozu benötigt man einen Nodalpunktadapter?

Bei der Panoramafotografie mit mehreren Aufnahmen ist es für ein gutes Ergebnis notwendig, dass keine Parallaxenfehler bei den verschiedenen Aufnahmen entstehen. Dafür muss die Kamera so auf dem Stativ montiert werden, dass sich diese um diesen idealen Punkt dreht, der Nodalpunkt, oder auch Knotenpunkt genannt wird.

Wie baut man einen Nodalpunktadapter?

Es gibt 3 Achsen, die für den Nodalpunkt erforderlich sind und die sich um die Achse des Stativmittelpunktes drehen müssen. X,Y und Z. Die X und Y Achsen sind sehr einfach zu ermitteln und im Prinzip auch bei allen verwendeten Objektiven für das gleiche Kameramodell identisch, denn es ist der Mittelpunkt des Objektivanschlusses in der Draufsicht. Der Z-Wert ist bei jedem Objektiv ein anderer und kann nur durch Messreihen genau ermittelt werden. Daher muss die Z-Achse verschiebbar und arretierbar sein. Diese Funktionalität ist z.B. schon bei vielen Videoneigern gegeben und somit schon eine erfüllte Anforderung für den Nodalpunktadapter.

Nodalpunkt-Adapter Achsen
Nodalpunkt-Adapter Achsen

In meinem Fall verwende ich ein Manfrotto MVH500AH Videoneiger, der eine genau über dem Stativmittelpunkt zentrierte Kameraplatte besitzt, die um einige cm in der Z-Achse verschoben werden kann.

Die ideale Kameraposition bei einzeiligen Panoramen ist das Hochkantformat, da dadurch schon bei einer einzigen Aufnahme möglichst viel Boden und Himmel erfasst wird (z.B. mit einem Fisheye-Objektiv). Es erhöht sich dadurch zwar die Anzahl der Aufnahmen, die für ein vollständiges 360° Panorama erforderlich sind, dies ist aber einfacher zu handhaben, als mit mehrzeiligen Panoramen zu arbeiten.

Durch die bereits vorhandene Kameraplatte des Videoneigers benötigt man nun nur noch ein stabiles L-Profil, welches genau den Maßen seiner Kamera angepasst wird. Je weitwinkeliger das Objektiv ist, um so weiter weg muss die Kamera von der Kameraplatte sein, damit diese nicht mit auf das Foto kommt.

Für meine Konstellation mit Manfrotto Videoneiger, Sony a6300 Kamera und Samyang 8mm F 2.8 Fisheye-Objektiv hat sich ein einfacher Balkenwinkel (160 mm x 240 mm x 50 mm) für 3,85 € aus dem Baumarkt als ideal erwiesen. Der L-Winkel ist 5 mm stark und sollte für kompakte Kameras ausreichend stabil sein.

Am langen Schenkel wird jetzt ein Loch in ausreichender Höhe gebohrt um die Kamera zu fixieren. Die richtige Höhe (Y-Achse) ist dabei am besten durch ausprobieren mit der zu verwendenden Optik zu ermitteln. Es sollte später möglichst nichts von dem Stativ oder Adapter mit abgelichtet werden. Ich habe dort für eine 1/4″ Schraube ein 6mm Loch gebohrt.

Objektivanschluss Mitte ermitteln
Objektivanschluss Mitte ermitteln

Den X-Achsen Wert ermittelt man nun, indem man vom Kameraboden zum Objektivanschluss-Mittelpunkt misst. Dieser ermittelte Wert ist das Maß für das Loch im kurzen Schenkel des Winkels. Für die 3/8″ Schraube der Schnellwechselplatte habe ich ein Loch von 8 mm gebohrt. Optimal wäre für das zu schneidende 3/8″ UNC-Gewinde ein Durchmesser von 7,9 mm gewesen, aber so ein Bohrer stand mir nicht zur Verfügung. Für das Gewinde kam so ein Einschnitt-Gewindebohrer zum Einsatz.

Je nach verwendetem Kameramodell wird nun ein Teil des unteren Schenkels überstehen, welchen man nun nach belieben kürzen kann. Um seinem Selbstbau-Nodalpunkt-Adapter noch ein wenig professioneller wirken zu lassen, kann man diesen nun entfetten und lackieren. Ich habe dafür Haftgrund und Mattlack aus dem Auto-Zubehör-Handel  verwendet.

Dies war die Anleitung zum selber bauen des Nodalpunkt-Adapters. Es wird ein weiterer Beitrag folgen, wie man den Nodalpunkt einfach ermitteln kann und wie der praktische Einsatz aussieht.

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Autor: Markus Hohenwald

Markus interessiert sich für kreative und technische Themen wie Fotografie, Astronomie, Filmen, Heimwerken, Heimkino und Musik-Produktion.

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