Hallo aus meiner Werkstatt! So sah bisher meine Werkzeugwand aus – ein klassisches French-Cleat-System, das ich über Jahre genutzt habe. Doch jetzt ist es Zeit für einen Wechsel. In diesem Beitrag zeige ich euch, warum ich auf MultiBuild umgestiegen bin und wie der komplette Umbau abgelaufen ist.

French Cleat – Stärken und Schwächen
Das French-Cleat-System ist für seine Robustheit und hohe Belastbarkeit bekannt und gilt zurecht in vielen Werkstätten als Standard. Wer sich meine bisherige French-Cleat-Wand anschaut, wird jedoch schnell erkennen, dass viele Flächen schlichtweg nicht optimal genutzt werden – die vertikale Rasterung durch die breiten Leisten ist einfach zu grob für eine wirklich flexible Nutzung.
Für mich steht die optimale und flexible Raumausnutzung an erster Stelle – und genau da stößt French Cleat an seine Grenzen.

Was ist MultiBuild?
MultiBuild ist ein hochgradig modulares, 3D-gedrucktes Organisations- und Aufbewahrungssystem, das flexibel an individuelle Bedürfnisse angepasst werden kann und mit den eigenen Anforderungen mitwächst.
Das System besteht aus mehreren Subsystemen:
- Multiboard – ein Wandplatten-System auf Basis eines 25-mm-Rasters
- MultiBin – ein Behälter- und Schubladen-System
Alle Teile sind:
- ✅ kostenlos herunterladbar
- ✅ ohne Stützmaterial druckbar
- ✅ einfach miteinander kombinierbar
Entwickelt wurde das System von Jonathan (YouTube-Kanal: Keep Making). Seit März 2026 trägt es den neuen Namen MultiBuild – zuvor war es als Multiboard bekannt, was zunehmend zu Verwirrung führte, da das System längst weit mehr als nur ein Board-System umfasst.
Planung mit dem MultiBuild-Kalkulator
Die MultiBuild-Website bietet einen praktischen Kalkulator, mit dem sich die exakten Abmessungen einer beliebigen Fläche für Multiboard-Panels berechnen lassen.
Empfehlung: Plant in einem 200-mm-Raster, da dort die Standardgröße von (8 × 8)-Tiles optimal passt.
In meinem Fall:
- Fläche: 2200 × 600 mm
- Ergibt: 11 × 3 = 33 (8 × 8)-Tiles
Montagemethoden im Vergleich
| Methode | Peg-kompatibel | Besonderheit |
|---|---|---|
| Simple Flush | ❌ | Panels direkt auf die Fläche, kein Abstand |
| Offset Pillar | ✅ | Befestigung über kleine Löcher (reduziert verfügbare Peg-Löcher) |
| Offset Snap ✅ | ✅ | Befestigung über große Löcher – alle kleinen Löcher für Pegs verfügbar |
Ich habe mich für „Offset Snap“ entschieden: Alle kleinen Löcher bleiben vollständig für Peg-Halter verfügbar.
Advanced Tiles vs. Standard Tiles
| Variante | Alle Peg-Löcher nutzbar | Verbindung |
|---|---|---|
| Standard (glatte Ränder) | ❌ (reduziert) | Dual-Clips (fummelig) |
| Advanced (Snap) | ✅ (volle Anzahl) | Snap-Verbindung |
Auf den ersten Blick wirkt die Verwendung von Advanced Tiles komplizierter, da man genau darauf achten muss, welche Variante wie oft gedruckt und wo sie platziert wird. In der Praxis ist es jedoch ganz einfach – lasst euch davon nicht abschrecken!

Der 3D-Druck
Der Druck der 33 Tiles macht den Hauptanteil der Arbeit aus – sowohl zeitlich als auch materialbedingt.
Tipps von der MultiBuild-Website:
- Filament: mattes PLA wird empfohlen
- Druckzeit für ein (8×8)-Tile: ca. 10 Stunden (bei moderaten Einstellungen, je nach Drucker und Slicer-Settings individuell)
- Effektiv: 1 Tile pro Tag
⚠️ Wichtig: Das ist kein Wochenend-Projekt! Plant mehrere Wochen bis Monate für den Druck ein.
Materialkosten (Überblick)
| Posten | Menge | Kosten (ca.) |
|---|---|---|
| Filament (mattes PLA) | ~2,5 kg (77 g × 33 Tiles) | 30–40 € |
| Snaps | je nach Variante | variabel |
| Schrauben für Holzplatte | – | gering |
Die Montage
Vorbereitung
Zunächst musste das alte French-Cleat-System bei mir entfernt werden. Die 18 mm starken Fichten-Leimholzplatten, die ich damals für die French-Cleat-Wand an die Wand gedübelt hatte, sind nun die ideale Grundlage für die Multiboard-Wand.
Tiles zusammensetzen
Am einfachsten geht es abschnittsweise: Tiles mit den Snaps auf einer stabilen Unterlage zusammensetzen. Ich habe mich für die Part-A-Single-, Dual- und Quad-Snaps in der neuen Flush-Variante (DS Part B) entschieden – damit ist die gesamte Oberfläche der Multiboard-Wand gleichmäßig eben.


⚠️ Achtung: Die sehr flachen Snaps sind bei der Montage empfindlich und gehen leicht kaputt. Verwendet unbedingt das kleine Montagetool, um die Part-B-Snaps schadlos in Part A einrasten zu lassen!
Die Montage der fertigen Panels an der Wand ist danach kein großer Aufwand mehr.

Halterungen und Haken
Jetzt kommt der spaßige Teil – das Bestücken der Wand!
Da das MultiBuild-System offen ist, gibt es bereits tausende Community-Designs, die kostenlos auf Thangs.com heruntergeladen werden können.
Mein Tipp beim Einsetzen von Peg-Haltern: Vor dem Einrasten etwas hin- und herdrehen. So lassen sich Filamentreste (Stringing) einfach entfernen.
Wenn ich keine passende Lösung gefunden habe, habe ich sie mit Fusion 360 selbst konstruiert. Die entsprechenden STEP-Dateien sind auf Thangs bereitgestellt, damit ihr eigene kompatible Lösungen entwickeln könnt.
👉 Meine eigenen Halter und Erweiterungen findet ihr auf Thangs.com


Vorher / Nachher
Der Umbau ist abgeschlossen – und ich bin begeistert! Man braucht zwar ein wenig Einarbeitungszeit, um sich mit dem Konzept vertraut zu machen, aber der Aufwand lohnt sich.
Ich bin gespannt, wie sich das MultiBuild-System weiterentwickelt, und werde mich sicherlich mit weiteren selbst konstruierten Erweiterungen daran beteiligen.
Was haltet ihr von MultiBuild? Ist das System zu komplex? Ist euch der 3D-Druck zu zeitaufwendig? Schreibt es gerne in die Kommentare! 👇
Bonus: Der MultiBuild Song 🎵

Und für alle Fans von MultiBuild, gibt es im Video zu dem Beitrag – den exklusiven MultiBuild Song:







